Wie lange dauert es, bis man den Geruch desjenigen vergisst, der einen geliebt hat? Und wann hört man selbst auf zu lieben?
(Aus: Ich habe sie geliebt von Anna Gavalda)
Klage nicht so sehr über einen kleinen Schmerz
das Schicksal könnte ihn durch einen größeren heilen.
© Johann Peter Hebel
Man kann vergangene Gefühle schwer benennen.. Sie sind zu sehr von allen unseren nachfolgenden Erfahrungen geprägt..
(aus: Diesen Sommer bin ich dein – M. Balogh)
Man muss immer wissen,
wann ein Lebensabschnitt zu Ende geht.
Indem man Kreise und Türen schliesst, Kapitel abschliesst.
Gleichgültig, wie man es nennt, wichtig ist,
dass man die Augenblicke des Lebens,
die bereits vergangen sind,
in der Vergangenheit belässt.
(Der Zahir)
Klage nicht so sehr über einen kleinen Schmerz,
das Schicksal könnte ihn durch einen größeren heilen.
© Johann Peter Hebel
Es gibt kein Rezept gegen das Verletzt werden.. Man kann sich der Liebe nicht verschliessen, nur weil man in der Vergangenheit verletzt wurde..
(unbekannt)
Menschen haben an den überraschensten Stellen Narben. Sie sind so etwas wie geheime Strassenkarten ihrer persönlichen Geschichte. Ein Diagramm alter Verletzungen.
Die meisten Wunden heilen und es bleibt nichts weiter als eine Narbe zurück – manche jedoch heilen nicht.
Manche Verletzungen tragen wir ständig mit uns herum auch wenn sie schon lange her sind – halten die Schmerzen an. Vielleicht haben uns unsere alten Wunden etwas zu erzählen. Sie erinnern uns daran wie wir damals waren und was wir überstanden haben. Sie lehren uns was wir in der Zukunft vermeiden sollen.
Zumindest hätten wir das gern. Aber leider ist das nicht so, oder? Es gibt Dinge die müssen wir einfach immer wieder durchmachen – immer, immer, immer wieder.
(Meredith)
„Hör auf deinen Kummer: warum es uns besser geht, wenn wir unsere Sorgen nicht verdrängen “ von Stephen Levine.
Schmerz und Trauer nicht spüren zu wollen, ist eine verbreitete und verständliche, aber nicht immer sinnvolle Reaktion. Denn der Kummer, den wir nicht fühlen wollen, verschwindet deshalb ja nicht wirklich. Er bleibt in uns, was Folgen hat. Folgen wie z.B., dass wir innerlich verhärten, dass wir Kontakt meiden, dass wir uns von unseren Gefühlen abschneiden. All das engt uns ein und raubt Lebensfreude.
Stephen Levine zeigt sehr eindringlich auf, wozu verdrängter Schmerz führen kann – und zwar auf persönlicher, aber auch auf gesellschaftlicher Ebene. Und er zeigt, wie wir besser mit unserem Kummer und unsere Trauer umgehen können: nämlich, indem wir diese Gefühle zulassen lernen.
Es braucht etwas Mut, um das Buch zu lesen. Hier geht es bereits um die ersten Schritte zum Zulassen von Emotionen, die wir fürchten und wegdrücken wollen. Aber nur dann, wenn wir uns ihnen stellen, sie zulassen und ihnen erlauben, sich auszudrücken, können wir Erlösung und Heilung finden. Nicht für jede/n wird das wohl ohne therapeutische Hilfe möglich sein, aber „Hör auf deinen Kummer“ kann auch dafür ein erster Anstoß sein.
Neben den vielen, vielen Denkanstößen und klugen Gedanken finden Sie auch einige Übungen in dem Buch. Körper- und Atemübungen, die das Zulassen von Schmerz und Trauer möglich machen.
Stephen Levine schreibt: „Schmerz ermöglicht Mitgefühl.“ und an anderer Stelle „Widerstand ist die Hölle.“ Diese zwei Sätze habe ich zusammen mit vielen anderen aus diesem Buch mitgenommen, weil sie mich tief getroffen haben.
Fazit: Ein extrem wichtiges Buch über ein unbequemes Thema, das aber für unser Lebensglück unerlässlich ist.
(aus Zeit zu Leben)
Man trennt sich aus einem bestimmten Grund. Man sagt dem anderen, warum. Man gibt ihm die Möglichkeit zu antworten. Man läuft nicht einfach so fort. Nein, dass ist absolut kindisch.
(Marcel Proust)







