April 19, 2008
“Du bist so wunderbar..”
Ich weiß. Ich weiß, dass ich nett bin, dass du mich magst, dass andere mich mögen und alle Leute, die ich kennenlerne. Nur ist keiner darunter, der sich einlassen würde auf.. Ach, bring mich bitte nicht auf diesen Trip.
“Ich wollte du, du könntest..”
Das schlimme daran ist, dass ich die Antwort schon kenne. Die Antwort lautet, dass man seinen Seelenfrieden nie findet, wenn man auf einen anderen Menschen setzt. Tut man´s doch, ist man auch schon aufgeschmissen. Vielleicht nicht gleich, aber früher oder später garantiert. Man muss.. Ich weiß nicht.. Man muss mit sich selbst leben lernen. Man muss lernen, alleine aus dem Bett zu krabbeln und den Tisch bloß für eine Person zu decken, ohne das man sich miserabel fühlt. Stark und selbstsicher und mit sich selbst zufrieden muss man sein, und man darf nie auch nur den Hauch eines Anscheins erwecken, dass man es ohne diesen bestimmten Jemand vielleicht nicht packt. Man muss grauenhaft gut Theater spielen.
“Du spielst aber kein Theater. Du bist stark.”
Ich will aber nicht mehr. Es hängt mir zum Hals raus, ewig die Scherben aufzusammeln und voller Heldenmut den Blick nach vorn zu richten. Ich will, dass es wenigstens einmal klappt.
“Wir sind alle so.”
Ich weiß, aber bei manchen Leuten funktioniert´s.
“Bei dir wird´s auch bald funktionieren.”
Wird es nicht. Ich will es zu sehr..
(Aus Stadtgeschichten von Armistead Maupin)